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Summer Camp
J-ArtEck 2026

Was braucht eine Stadt, damit Menschen sich in ihr zu Hause fühlen? Wer gestaltet sie? Wer übernimmt Verantwortung?

Und wie wollen wir miteinander leben?

Zwölf Tage, vier Sprachen, eine gemeinsame Stadt

​Unter dem Motto „Wir bauen eine Stadt“ kamen im Sommer 2026 Jugendliche aus Deutschland und Israel zum J-ArtEck Camp zusammen.

Inspiriert von Paul Hindemiths gleichnamigem „Spiel für Kinder“ aus dem Jahr 1930 bauten wir unsere eigene Stadt aus Musik, Theater, Tanz, Kunst, jüdischem Lernen, Begegnung und den Ideen der Jugendlichen selbst.

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Was im Camp begann, wurde schließlich öffentlich. Die Jugendlichen entwickelten gemeinsam ein Festival der Jüdischen Künste und Kultur in Lutherstadt Wittenberg.

Sie waren nicht nur Teilnehmende. Sie wurden zu Musikerinnen, Künstlerinnen, Mitgestalterinnen und Organisatorinnen ihres eigenen Projekts.

Eine Stadt entsteht

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Bei J-ArtEck bekommen Jugendliche kein fertiges Kulturprogramm vorgesetzt. Sie sollen ausprobieren, eigene Ideen entwickeln, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Zu Beginn des Camps lernten sie in einer Karussell-Phase unterschiedliche kreative Bereiche kennen und entschieden anschließend, wo sie intensiver arbeiten wollten.

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Fünf Studios bildeten das kreative Herz des Camps:

Orchester · Chor & Gesang · Theater · Tanz · Bildende Kunst 

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Doch die Studios arbeiteten nicht nebeneinander. Von Anfang an gab es ein gemeinsames Ziel:

Aus vielen unterschiedlichen Talenten sollte ein gemeinsames Werk entstehen.

Innerhalb weniger Tage wurden Musik und Szenen einstudiert, Choreografien entwickelt, Bühnenbilder gebaut, Kostüme und Masken gestaltet und eine Ausstellung vorbereitet. 

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Das Camp war dabei selbstverständlich mehrsprachig:
Deutsch, Russisch, Hebräisch und Englisch gehörten zum Alltag. Wo es nötig war, wurde übersetzt.

Unsere Studios

ORCHESTER 

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Im Orchester wurde Hindemiths „Wir bauen eine Stadt“ für die spätere Aufführung mit Live-Orchester vorbereitet.

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Gleichzeitig entstand das Repertoire für das große Konzert in Wittenberg. Die Jugendlichen begegneten Musik ganz unterschiedlicher Zeiten und Traditionen: von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy über biblisch inspirierte Kompositionen und Bearbeitungen von Stas Gavrilov bis zu moderner israelischer Musik. 

Dabei ging es um mehr als musikalische Präzision.

Im Orchester muss jede*r die eigene Stimme finden – und gleichzeitig auf die anderen hören. So wurde gemeinsames Musizieren selbst zu einem Bild für unsere Stadt.

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Leitung: Stas Gavrilov – Musikpädagoge, Dirigent & Komponist
Assistenz: Annette Golub, Lev Fainerman, Yaron Yoffe​​​​​​​

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CHOR 

 

Im Studio Chor & Gesang arbeiteten die Jugendlichen an den Gesangspartien von Hindemiths Kinderoper und am Repertoire für das Konzert in Wittenberg.

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Chor, Solistinnen und Instrumentalistinnen mussten lernen, gemeinsam zu atmen, aufeinander zu reagieren und unterschiedliche Stimmen zusammenzubringen.

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Leitung: Anna Grinfeld – Sängerin & Schauspielerin
Assistenz: Maria Mizhys 

THEATER 

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Im Theaterstudio stand die zentrale Idee von Hindemiths „Wir bauen eine Stadt“ im Mittelpunkt:

Was passiert, wenn Kinder selbst bestimmen dürfen, wie ihre Stadt aussehen soll?

Welche Regeln braucht eine Gemeinschaft? Was macht eine Stadt lebenswert? Wie gehen wir miteinander um?

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Die Jugendlichen entwickelten Szenen und Rollen und übersetzten die fast hundert Jahre alte Idee in ihre eigene Gegenwart.

Ein weiterer Beitrag entstand mit „Gackern auf Jiddisch“ – einer Gesangs- und Tanzperformance mit Puppen, die jüdische Sprache und Kultur auf spielerische Weise auf die Bühne brachte. 

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Leitung: Eugeni Goubine – Theaterpädagoge & Regisseur
Assistenz: Polina Rahman Hetzel

TANZ 

 

Im Tanzstudio entwickelten die Jugendlichen eine Choreografie für das gemeinsame Bühnenprojekt.

Einzelne Bewegungen wurden zu Begegnungen, Begegnungen zu Beziehungen und viele einzelne Tänzer*innen schließlich zu einer Gruppe.

Theater, Musik und Tanz wurden bewusst miteinander verbunden; die Choreografie wurde Teil der Aufführung von „Wir bauen eine Stadt“.

 

Leitung: Dasha Stephman

BILDENDE KUNST 

 

Im Kunststudio wurde aus einer Idee etwas Sichtbares.

Die Jugendlichen entwickelten Bühnenbild, Objekte, Kostüme und Masken für die Inszenierung.

Die Welt auf der Bühne wurde ihnen nicht fertig zur Verfügung gestellt. Sie entstand durch ihren eigenen Prozess von eigenen Entwürfen zu den fertigen Bühnenbildern und Kostümen

So wurde auch die visuelle Gestaltung zu einem Teil des gemeinsamen „Stadtbaus“.

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Leitung: Dikla Riabov – Kunstpädagogin
Assistenz: Eli Riabkov

JÜDISCHES LEBEN 

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Studios und Proben waren nur ein Teil des Camps.

Kabbalat Schabbat, Oneg Schabbat, Havdala, Limmud, Shuk, Got Talent, gemeinsame Abende, Gespräche, Musik und Begegnungen gehörten ebenso zu unserer Gemeinschaft.

Jüdisches Leben wurde nicht nur erklärt. Es wurde gemeinsam gelebt.

LIMMUD – VONEINANDER LERNEN

 

Besonders deutlich wurde unser Partizipationsprinzip beim Limmud. Hier wurden die Jugendlichen selbst zu Lehrenden. Sie teilten Wissen, Interessen, Erinnerungen und Fähigkeiten miteinander. Die Themen zeigten, wie unterschiedlich ihre Lebenswelten sind:

jüdische Selbstidentifikation · Erinnerung an den 7. Oktober · Stadtplanung · Modegeschichte des 20. Jahrhunderts · Karikatur und Zeichnen · Tanz · Spanisch · Fußballtaktik. 

Wer gestern noch Teilnehmer*in war, konnte heute eine Gruppe leiten.

Für uns ist genau das Bildung: Jeder kann etwas lernen – und jeder hat etwas weiterzugeben.

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MADATZIM

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Eine besondere Rolle übernehmen bei J-ArtEck unsere Madatzim.

Sie sind erfahrene Campteilnehmende, die weiterhin selbst am Camp teilnehmen und gleichzeitig erste ausgewählte Aufgaben übernehmen: Sie unterstützen Aktivitäten, bringen eigene Ideen ein und sind für jüngere Teilnehmende ansprechbar.

So entsteht ein natürlicher Weg von der Teilnahme zur Verantwortung.

Die Jugendlichen erfahren: Meine Erfahrung zählt. Ich kann etwas weitergeben. Ich kann Verantwortung für unsere Gemeinschaft übernehmen.

Aus den Teilnehmenden von heute können so die Madrichim und jungen Verantwortungsträger*innen von morgen werden. 

BERLIN – JÜDISCHE GESCHICHTE UND GEGENWART

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Ein gemeinsamer Berlin-Tag führte die Jugendlichen unter anderem ins Jüdische Museum Berlin und gab Raum, jüdische Geschichte und Gegenwart außerhalb des Camps zu entdecken.

Hier erlernten die Jugendlichen in verschiedenen Gruppen das Stück "Gackern auf Jiddisch", das sie auch am Ende des Camps auf dem Festival aufführten.

Entartete Kunst

WENN KUNST IHRE FREIHEIT VERLIERT

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Die Beschäftigung mit Paul Hindemith führte auch zu einem schwierigen Kapitel deutscher Geschichte.

Nach 1933 gerieten Hindemith und andere Vertreter*innen der musikalischen Moderne zunehmend unter den Druck nationalsozialistischer Kulturpolitik. Moderne Kunst und Musik wurden ausgegrenzt und als „entartet“ diffamiert.

Die Jugendlichen beschäftigten sich deshalb mit Künstler*innen und Werken, die während des Nationalsozialismus verfolgt, aus Museen entfernt oder verboten wurden.

Aus dieser Auseinandersetzung entstand die Ausstellung zur „Entarteten Kunst“, die beim Festival im Foyer der Phönix Theaterwelt präsentiert wurde. 

So bekam unser Campmotto eine weitere Dimension:

Welche Gesellschaft wollen wir bauen?

Eine Gesellschaft braucht nicht nur Häuser und Straßen.

Sie braucht Freiheit, Erinnerung, Vielfalt und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

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Das große Ziel rückte jeden Tag näher.

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Die Jugendlichen sollten am Ende nicht einfach ein Programm aufführen, das Erwachsene für sie vorbereitet hatten.

Sie sollten ihr Festival selbst mitgestalten.

Sie probten, entwickelten Szenen und Choreografien, gestalteten Bühnenbild und Kostüme, bereiteten eine Ausstellung vor und übernahmen Aufgaben auf und hinter der Bühne.

Die Künstlerinnen und Pädagoginnen gaben ihnen fachliche Unterstützung, die Jugendlichen aber waren die zentralen Akteur*innen. 

Auftritte in Wittenberg

​Am 10. und 11. August präsentierten die Jugendlichen ihre Arbeit in Lutherstadt Wittenberg.

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ERZÄHLUNGEN DES ALTEN TESTAMENTS IN DER MUSIK

10. August 2026 · Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg

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Am Vorabend des Festivals waren unsere Jugendlichen zu einem Konzert in die Stadtkirche St. Marien eingeladen. 

Unter dem Titel „Erzählungen des Alten Testaments in der Musik“ entstand eine musikalische Reise durch Geschichten, die jüdische und europäische Kultur seit Jahrhunderten prägen.

Bach und Mendelssohn trafen auf israelische Musik und neue Kompositionen.

Wir begegneten Josephs Träumen und Miriams Tanz, Rebekka und Elieser, Jakobs Leiter, Mose und dem Exodus, Simson sowie David und Goliath. Mit Verdis „Va, pensiero“ endete der musikalische Bogen bei Themen, die auch für viele Jugendliche unserer Zeit eine besondere Bedeutung haben: Heimat. Exil. Erinnerung. Hoffnung.

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Der Ort war dabei ebenso wichtig wie die Musik. Inmitten der Stadt wurde sichtbar, dass jüdisches Leben nicht nur Teil der Vergangenheit ist. Es findet heute statt, ist kreativ, vielfältig und präsent.

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Höhepunkt des Camps

Festival in Phönix Theater Wittenberg

"Wir bauen eine Stadt"

11. August 2026 · Phönix Theaterwelt Wittenberg

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Am nächsten Tag verwandelten wir die Phönix Theaterwelt zu unserer Stadt.

Schon im Foyer und auf der Studiobühne begann das Festival mit moderner jüdischer und israelischer Musik, der Ausstellung zum Thema „Entartete Kunst“ und der Puppenperformance „Gackern auf Jiddisch“.

Am Abend kam schließlich Paul Hindemiths Kinderoper "Wir bauen eine Stadt" als mit Live-Orchester auf die große Bühne. 

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Was in unterschiedlichen kreativen Studios begonnen hatte, wurde zu einem gemeinsamen Werk und das Resultat wurde hier gesehen.  So wurde nicht nur das fertige Stück gezeigt. Auch der Weg dorthin wurde sichtbar: die Ideen, Materialien und Proben aus denen die gemeinsame Aufführung entstanden war.

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Die Jüdische Allgemeine begleitete unser Camp und die Aufführung in Wittenberg in der Reportage „Unsere kleine Stadt“.

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Das Camp in der Presse

​​Auch die Stadtkirchengemeinde Wittenberg berichtete über die deutsch-israelische Begegnung

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Galerie

Danke!

Wir danken allen Teilnehmenden, Madatzim, Madrichim, Künstlerinnen, Pädagoginnen, Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helferinnen, die „Wir bauen eine Stadt“ gemeinsam möglich gemacht haben.

Unser Dank gilt ebenso unseren Partnerorganisationen, Gastgeber*innen und Förderern, die das deutsch-israelische Jugendcamp, das Konzert und das Festival unterstützt haben.

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