Hoffnung, Widerstand und die Stimmen der Jugend
- abondardesign
- 11. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Am 19. August endete unser Sommercamp J-ArtEck, auf das wir uns mehr als ein halbes Jahr lang vorbereitet hatten. Und doch vergingen diese zehn Tage wie im Flug.
Zurück bleiben Hoffnung, Herzlichkeit, das Gefühl von Einheit und eine starke Verbindung zwischen Jugendlichen, Ländern und Kulturen. Die wunderbaren Rückmeldungen von Teilnehmer:innen, Eltern und Zuschauer:innen unseres Theater-Musik-Projekts reißen nicht ab – und wir möchten mit Euch einige Eindrücke teilen.
Dieses 20. Camp stand ganz im Zeichen der Oper „Brundibár“ – komponiert 1939 von Hans Krása mit einem Libretto von Adolf Hoffmeister. 1943 wurde sie von Kindern im Ghetto Theresienstadt mehr als 50 Mal aufgeführt – ein musikalischer Akt von Hoffnung und Widerstand inmitten der dunkelsten Zeit. Grundlage unserer Arbeit war auch das Buch von Hannelore Brenner „Brundibár. Wie Aninka und Pepíček den Leierkastenmann besiegten“, das die Geschichte dieser Kinder und ihrer Aufführungen erzählt und für unsere Jugendlichen zu einer wichtigen Brücke in die Gegenwart wurde.

🎭 In diesem Jahr nahmen Jugendliche aus Deutschland und Israel, darunter auch geflüchtete Jugendliche aus der Ukraine, teil. Im Camp konnten sie ihre Stimme und Kreativität entfalten – in den Werkstätten Orchester, Chor & Gesang, Theater, Bildende Kunst und Digital Design. Jeder hatte seine feste Gruppe, konnte aber auch in andere Studios hineinschnuppern. So begegneten die Jugendlichen Brundibár durch verschiedene künstlerische Ausdrucksformen und entdeckten immer wieder Parallelen zwischen der historischen Erfahrung von 1943 und den heutigen Kriegs- und Krisenerfahrungen in Israel und der Ukraine.
Gleichzeitig war es ein echtes J-ArtEck-Lagerleben:
Morgens begann der Tag mit unserem Morgen-Tanz, tagsüber genossen die Jugendlichen das Baden im warmen Wasser des Ruppiner Sees, abends standen J-ArtEck Got Talent, Limmud, die Unternehmer:innen-Spielmesse Shuk-Kach-Ten, Gesellschaftsspiele, Gesang, unser traditioneller Kabbalat Shabbat (diesmal wieder mit Gedanken an die in Gaza festgehaltenen Geiseln) und viele neue Freundschaften auf dem Programm.
Ein besonderer Höhepunkt war auch der gemeinsame Ausflug nach Berlin – mit Besuch des Jüdischen Museums und einer Vorstellung von Romeo und Julia im Globe Theater Berlin.
🎶 Der Höhepunkt des gesamten Camps war jedoch die gemeinsame kreative Arbeit: die Aufführung von „Brundibár – Klang der Hoffnung und des Widerstands“ auf der Bühne des Pfefferberg Theaters in Berlin. Über 60 Jugendliche standen auf der Bühne – als Sänger:innen, Musiker:innen, Schauspieler:innen, auch Bühnenbildner:innen und Kostümgestalter:innen waren dabei.
In nur einer Woche intensiver Proben und kreativer Arbeit entstand eine farbenprächtige, musikalisch anspruchsvolle und zutiefst berührende Inszenierung, die vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.
🙏 Hinter diesem Erfolg stehen die Leidenschaft und volle Hingabe unserer Teammitglieder, der Master, Künstler – und natürlich der Jugendlichen selbst.
Dank der Partnerschaft mit Bejt HaMusika Gilboa und Room28 e.V. sowie der Unterstützung von Erasmus+, ConAct, The Jewish Agency for Israel (JAFI), Mosaic United und der Harold Bob Stiftung konnte dieses außergewöhnliche Projekt Realität werden.
Für uns alle war dieses Camp kein Ende, sondern ein neuer Anfang. Denn Brundibár ist nicht nur eine Oper, sondern eine lebendige Botschaft: Dass selbst die Kleinsten, wenn sie zusammenhalten, das Böse besiegen können.































































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