Kultur, Erinnerung und Resilienz: Deutsch-israelisches Fachkräfteseminar von J-ArtEck
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Vom 19. bis 26. Mai 2026 fand in Berlin ein deutsch-israelisches Fachkräfteseminar von J-ArtEck Jugendbildungsstätte e.V. in Kooperation mit dem Yizrael Gilboa Music Center / Bejt HaMusika statt. Im Fokus standen Kultur, Erinnerung, jüdische Identität sowie die Frage, wie non-formale Bildungsarbeit junge Menschen in Zeiten von Antisemitismus, Krieg und gesellschaftlicher Unsicherheit stärken kann.
Das Seminar begann im Janusz-Korczak-Haus Berlin mit einer hybriden Kennenlernrunde. Neben einer Einführung in die Geschichte und Kultur Wittenbergs bot eine digitale Begegnung mit israelischen Jugendleiterinnen und Jugendleitern die Möglichkeit, erste Erfahrungen auszutauschen und Einblicke in die aktuelle Situation der Jugendarbeit in Israel zu gewinnen.

Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch der Bildungsabteilung des Jüdischen Museums Berlin und von ANOHA. Die Teilnehmenden lernten innovative und kreative Methoden kennen, um jüdische Geschichte und Identität kindgerecht und interaktiv zu vermitteln – etwa durch Puppenspiel, künstlerische Ansätze und partizipative Formate.
Am Abend bot ein Gespräch mit Daniel Libeskind im Rahmen der Ausstellung „Between the Lines“ vertiefende Einblicke in die Rolle von Architektur als Träger von Erinnerung und Geschichte.
Am folgenden Tag führte das Seminar nach Wittenberg. Dort setzte sich die Gruppe mit der Geschichte und Gegenwart der Lutherstadt auseinander, traf lokale Akteure sowie Vertreterinnen und Vertreter von ConAct und reflektierte die Bedeutung historischer Orte für die deutsch-israelische Bildungsarbeit.
Parallel entwickelte eine deutsche Gruppe ein eigenes Format mit dem Titel „Was suchen Israelis in Wittenberg?“, das neue, kreative Zugänge zu Stadtgeschichte und interkultureller Begegnung eröffnete.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Erinnerungsbildung. Im Dokumentationszentrum des Denkmals für die ermordeten Juden Europas diskutierten die Teilnehmenden Ansätze informeller Erinnerungsarbeit und entwickelten eigene Workshopideen für Jugendliche.
Im Austausch mit Alexander Klimuk vom Pilecki-Institut Berlin wurden neue Methoden der historisch-politischen Bildung vorgestellt. Daraus entstand unter anderem die Idee einer Stadtrallye zu „Israelischen Spuren in Berlin“. Der Besuch der Topographie des Terrors vertiefte zusätzlich die Auseinandersetzung mit Geschichte, Verantwortung und pädagogischer Vermittlung.

Kunst und Kultur begleiteten die gesamte Seminarwoche. Ein Konzert der Bechstein Young Professionals, der Besuch der Ausstellung „We Make Years Out of Hours“ von Lina Lapelytė im Hamburger Bahnhof sowie gemeinsame Auseinandersetzungen mit Oper und Musik eröffneten neue Perspektiven auf die Ver
bindung von Erinnerung, Kreativität und Resilienz.
Aus diesen Impulsen entwickelten die Teilnehmenden ein Konzept für die deutsch-israelische Jugendbegegnung „Wir bauen eine Stadt“.

Ein besonders persönlicher Teil des Seminars war der Austausch zur Jugendarbeit nach dem 7. Oktober. Die Teilnehmenden sprachen über die Situation in Israel, über Unsicherheiten, Solidarität und die Verantwortung pädagogischer Arbeit in Krisenzeiten. Deutlich wurde dabei, wie wichtig sichere Räume, kulturelle Ausdrucksformen und internationale Partnerschaften für junge Menschen sind.
Jüdisches Leben war nicht nur Thema, sondern auch gelebte Praxis: Der gemeinsame Schabbat- und Schawuot-Abend mit Essen und Ritualen schuf Raum für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft.
Zum Abschluss arbeiteten die Fachkräfte konkret an der Planung des kommenden Jugendlagers. Auf Grundlage der Seminarerfahrungen entstanden neue Ideen für Workshops, Stadtrallyes, kulturelle Aktivitäten und pädagogische Formate, die Jugendliche aus Deutschland und Israel miteinander verbinden sollen.
Das Fachkräfteseminar zeigte, wie Kultur, Erinnerung und non-formale Bildung zur Stärkung von Resilienz beitragen können. Gerade in Zeiten von Antisemitismus und gesellschaftlichen Krisen bleiben Begegnung, Kreativität und gemeinsame Verantwortung zentrale Grundlagen für eine lebendige deutsch-israelische Zusammenarbeit.
Wir danken ConAct und Erasmus+ für die Unterstützung und Verwirklichung dieses Seminars.
















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